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Gebärmutterentzündung beim Hund

Gebärmutterentzündung (Endometritis) und Gebärmuttervereiterung (Pyometra) beim Hund

Die Gebärmutterentzündung (Endometritis) und insbesondere die Gebärmuttervereiterung (Pyometra) zählen zu den gefährlichsten Erkrankungen der unkastrierten Hündin. Besonders häufig treten sie bei älteren Tieren auf, können jedoch grundsätzlich jede nicht kastrierte Hündin betreffen. Da die Erkrankung lebensbedrohlich verlaufen kann, ist eine frühzeitige Erkennung entscheidend.

Ursachen einer Pyometra beim Hund

Die Hauptursache liegt in hormonellen Veränderungen nach der Läufigkeit. In der Phase der Scheinträchtigkeit wird vermehrt Progesteron gebildet. Dieses Hormon sorgt dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut verdickt und Sekrete produziert. Gleichzeitig wird die natürliche Abwehr in der Gebärmutter herabgesetzt.

Begünstigende Faktoren sind:

  • Hormonelle Störungen nach der Läufigkeit
  • Eierstockzysten im höheren Alter
  • Hormonbehandlungen zur Trächtigkeitsverhütung
  • Wiederholte Scheinträchtigkeiten

Durch die hormonelle Umstellung können Bakterien aus der Scheide in die Gebärmutter aufsteigen. Das dort gebildete Sekret bietet einen idealen Nährboden für Keime – es entsteht eine eitrige Entzündung.

Typischer Zeitpunkt des Auftretens

Eine Gebärmuttervereiterung tritt häufig etwa acht Wochen nach der Läufigkeit auf. Besonders gefährdet sind Hündinnen während der Phase der Scheinträchtigkeit oder kurz nach einer Behandlung mit Östrogenen.

Symptome einer Gebärmuttervereiterung

Die Symptome können anfangs unspezifisch sein und werden daher häufig übersehen. Typische Anzeichen sind:

  • Stark erhöhter Durst (Polydipsie)
  • Vermehrtes Urinieren
  • Zunehmende Apathie
  • Appetitlosigkeit
  • Fieber
  • Erbrechen
  • Allgemeine Schwäche
  • Zunehmend aufgeblähter Bauch

Ein wichtiges Warnsignal kann ein blutig-eitriger Ausfluss aus der Scheide sein. Allerdings tritt dieser nicht immer auf. Man unterscheidet:

  • Offene Pyometra: Mit sichtbarem Ausfluss
  • Geschlossene Pyometra: Ohne Ausfluss – besonders gefährlich

Bei der geschlossenen Form sammelt sich der Eiter in der Gebärmutter, ohne nach außen abfließen zu können. Dadurch steigt das Risiko eines Gebärmutterrisses und einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung.

Gefahren und Komplikationen

Wird eine Pyometra zu spät erkannt, kann es zu schweren Folgeerkrankungen kommen:

  • Nierenschäden
  • Leberschäden
  • Bauchfellentzündung (Peritonitis)
  • Blutvergiftung (Sepsis)

Unbehandelt endet die Erkrankung häufig tödlich.

Diagnose beim Tierarzt

Die Diagnose erfolgt durch:

  • Klinische Untersuchung
  • Blutuntersuchung (Entzündungswerte, Nierenwerte)
  • Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter
  • Röntgenaufnahme bei Bedarf

Im Ultraschall ist die mit Eiter gefüllte Gebärmutter meist deutlich erkennbar.

Behandlungsmöglichkeiten

Konservative Therapie

Im sehr frühen Stadium – insbesondere bei Zuchthündinnen – kann eine medikamentöse Behandlung versucht werden. Diese besteht aus:

  • Antibiotika
  • Hormonellen Medikamenten zur Entleerung der Gebärmutter
  • Intensiver Überwachung

Diese Therapieform ist jedoch risikobehaftet und nicht immer erfolgreich.

Operative Behandlung (Standardtherapie)

In den meisten Fällen ist eine sofortige Operation notwendig. Dabei werden die gesamte Gebärmutter und beide Eierstöcke entfernt (Ovariohysterektomie).

Eine frühzeitige Operation birgt ein deutlich geringeres Risiko als ein Eingriff im fortgeschrittenen Stadium. Sind bereits Nieren- oder Leberschäden vorhanden, steigt das Narkose- und Operationsrisiko erheblich.

Nach der Operation erfolgt eine Antibiotikatherapie über mindestens eine Woche. Bei bestehenden Nierenschäden kann die Behandlung drei bis vier Wochen dauern.

Risikogruppen

Besonders gefährdet sind:

  • Ältere, unkastrierte Hündinnen
  • Hündinnen mit wiederholten Scheinträchtigkeiten
  • Tiere nach Hormonbehandlungen

Vorbeugung

Die effektivste Vorsorgemaßnahme ist die frühzeitige Kastration von Hündinnen, die nicht zur Zucht vorgesehen sind. Dadurch werden:

  • Läufigkeiten
  • Scheinträchtigkeiten
  • Gebärmuttererkrankungen
  • Bestimmte Tumorerkrankungen

vermieden. Zudem steigt nachweislich die Lebenserwartung kastrierter Hündinnen.

Fazit

Die Gebärmuttervereiterung beim Hund ist eine akute, lebensbedrohliche Erkrankung. Ein erhöhter Durst in Kombination mit Apathie nach der Läufigkeit sollte immer ernst genommen werden. Eine schnelle tierärztliche Abklärung kann Leben retten. Besonders bei älteren Hündinnen ist Aufmerksamkeit gefragt, da die Erkrankung oft schleichend beginnt, aber rasch dramatische Folgen haben kann.