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Bandscheibenvorfall beim Hund

Bandscheibenvorfall beim Hund – Ursachen, Symptome und Behandlung

Ein Bandscheibenvorfall beim Hund ist eine ernsthafte Erkrankung der Wirbelsäule, die mit starken Schmerzen und im schlimmsten Fall mit Lähmungen einhergeht. Besonders häufig betroffen sind Hunde mit langem Rücken, wie Dackel oder Französische Bulldoggen, grundsätzlich kann jedoch jede Rasse einen Bandscheibenvorfall erleiden. Schnelles Handeln ist entscheidend, um dauerhafte Schäden am Rückenmark zu vermeiden.

Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall?

Zwischen den einzelnen Wirbeln befinden sich Bandscheiben, die als Stoßdämpfer dienen. Sie bestehen aus einem festen äußeren Faserring und einem weichen, gallertartigen Kern im Inneren. Kommt es zu einer übermäßigen Belastung – etwa durch wildes Toben, Springen aus großer Höhe oder einen Unfall – kann der äußere Ring einreißen.

Der innere Kern tritt dann aus und drückt auf das Rückenmark. Je nach Menge des ausgetretenen Materials unterscheidet man:

  • Teilvorfall – geringe Menge tritt aus
  • Totalvorfall („Blow out“) – große Menge tritt aus

Der Druck auf das Rückenmark verursacht starke Schmerzen, Entzündungen und Schwellungen. Bei einem Totalvorfall kann es innerhalb weniger Stunden zu einer querschnittsähnlichen Lähmung kommen.

Symptome eines Bandscheibenvorfalls

Die Beschwerden hängen vom betroffenen Wirbelsäulenabschnitt ab.

Allgemeine Anzeichen

  • Plötzliches Jaulen beim Spielen oder Hochheben
  • Starke Schmerzreaktionen bei Berührung
  • Verspannter Körper vom Kopf bis zum Schwanz

Vorfall im Halsbereich

  • Verkrampfter Hals
  • Einknicken oder Strecken der Vorderbeine
  • Schlaffe Lähmung der Hinterhand

Vorfall im Lendenbereich

  • Aufgekrümmter Rücken
  • Staksiger, steifer Gang
  • Schmerzhaft verspannte Hinterbeine

Bei einem Totalvorfall kommt es innerhalb weniger Stunden zu einer zunehmenden Lähmung der Hinterhand. Lässt die Schmerzempfindlichkeit nach oder verschlechtert sich die Bewegungsfähigkeit deutlich, muss der Hund innerhalb von 48 Stunden operiert werden, um bleibende Schäden zu verhindern.

Diagnose beim Tierarzt

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch:

  • Röntgenaufnahme der Wirbelsäule
  • Neurologische Untersuchung
  • Gegebenenfalls CT oder MRT

Eine schnelle Diagnosestellung ist entscheidend für den Behandlungserfolg.

Behandlungsmöglichkeiten

Absolute Ruhigstellung

Die wichtigste Sofortmaßnahme ist die konsequente Schonung der Wirbelsäule. Der Hund darf nur zum Lösen aufstehen. Zum Fressen und Trinken sollte er getragen werden, um Bewegungen der Wirbelsäule zu minimieren.

Medikamentöse Therapie

  • Schmerzmittel (Analgetika)
  • Kortison zur Entzündungshemmung und Abschwellung
  • Vitamin-B-Komplex zur Unterstützung der Nervenzellen
  • Antibiotika bei Bedarf

Infusionen und entwässernde Medikamente helfen, Schwellungen im Bereich des Rückenmarks zu reduzieren.

Operative Behandlung

Bei starken Lähmungserscheinungen, insbesondere bei einer schlaffen Hinterhandlähmung, ist eine Operation unumgänglich. Ziel ist es, das ausgetretene Bandscheibenmaterial zu entfernen und den Druck auf das Rückenmark zu beseitigen.

Stationäre Behandlung

Bei Hunden mit Urin- oder Kotabsatzstörungen ist eine stationäre Betreuung notwendig. Ein Urinstau kann zu Blasen- oder Nierenentzündungen führen und muss überwacht werden.

Unterstützende Maßnahmen

Bei leichten Fällen kann die Weiterbehandlung zu Hause erfolgen. Unterstützend wirken:

  • Rotlichtbestrahlung (2 × täglich 15 Minuten)
  • Sanfte Physiotherapie nach tierärztlicher Rücksprache
  • Konsequente Bewegungseinschränkung

Eine Besserung tritt bei leichten Vorfällen oft innerhalb von drei bis sechs Tagen ein.

Vorbeugung

Zur Unterstützung der Bandscheibengesundheit können dem Futter Präparate mit Muschelkalkextrakten zugesetzt werden. Diese enthalten:

  • Glykosaminoglykane
  • Gelatine
  • Omega-3-Fettsäuren

Sie fördern die Elastizität und Belastbarkeit des Knorpelgewebes. Solche Ergänzungen werden auch bei Arthrose eingesetzt.

Fazit

Ein Bandscheibenvorfall beim Hund ist ein tiermedizinischer Notfall, insbesondere bei plötzlich auftretenden Lähmungen. Je schneller die Behandlung erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen. Absolute Schonung, frühzeitige Diagnostik und – falls erforderlich – eine Operation können das Risiko dauerhafter Schäden deutlich reduzieren.